Pressemitteilung 18.05.2017

Veröffentlicht von Christian Schwerdt (schwerdt) am 22 May 2017
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I. Wohnraumknappheit

Seit einiger Zeit wird das Thema Wohnungsnot / bezahlbarer Wohnraum bundesweit intensiv diskutiert. Auf den Inselkonferenzen 2014, 2015 in Hannover behandelte man die spezielle Wohnungssituation auf den ostfriesischen Inseln. Eine Gesetzesinitiative des niedersächsischen Landtages (von der Stadt Norderney unterstützt) führte jetzt sogar zur Änderung des Bundesbaugesetzbuches.

Auf Norderney wird seit Jahren der Mangel an Dauerwohnraum zu bezahlbaren Preisen beklagt. Bei uns haben sich mittlerweile über 100 Interessenten gemeldet, die mieten oder auch eine Wohnung erwerben wollen.

Das Projekt Gartenstadt mit geplanten 20 Wohneinheiten soll helfen, den Wohnungsmarkt zu entspannen. Durchaus nachvollziehbar ist, dass sich Anlieger des Grundstücks Anfang Mai an den Bürgermeister wandten, um ihre Bedenken vor zutragen. Es ist ihr gutes Recht zu erfahren, was nebenan geschieht.

In der Gartenstadt entstehen weder Zweitwohnungen, noch ein einziges Feriendomizil. Ausschließlich Dauerwohnraum für Norderneyer. Sicherlich richtig ist, dass auf dem Gelände, welches in den letzten Jahren brach lag, sich Leben entwickelt. Aber das sollte zumutbar sein, wenn im Gegenzug 20 Parteien ein neues Zuhause finden.

II. Verdichtung

Die Bebauung verdichtet keinesfalls das zur Verfügung stehende Gelände übermäßig. Das Gartenstadtkonzept hält sich sowohl was den Flächenverbrauch angeht als auch bei der Höhenentwicklung erfreulich zurück. Jede bislang vorgelegte Planung sah immer eine zweigeschossige Bebauung mit einer maximalen Firsthöhe zwischen 8 und 10 m vor, die jetzt aber auf 7 m reduziert wurde. Die Gebäudlichkeiten sind von Grün eingefasst. Das Bauvorhaben findet auf einem Bauteppich von nur 1.161 m² und mit Grünflachen von 1.282 m2 (von insgesamt 3.535 m2 Grundstücksfläche) statt. Rund 1/3 des Baugrundstückes bleibt weiterhin unbebaut und unversiegelt. Eine Gefährdung der Nachbarhäuser ist dadurch auch offenkundig ausgeschlossen.

Im Übrigen steht die Umgebungsbebauung ganz anders dar. Sehr gut auf der Internetseite (www.gartenstadt-norderney.de) zu sehen. Insbesondere die Bauzeile an der Gartenstraße weist eine hohe Verdichtung auf mit einer Höhenentwicklung bis zu 13 m (vgl. Google maps, Bing maps).

III. Grünland

Das ehemalige Gärtnereigelände war in der Vergangenheit niemals Grünland und ist es auch heute nicht. Da genügt ein Blick in den geltenden Flächennutzungsplan.

Seit über 100 Jahren wurde dort gewerblicher Aufwuchs und Verkauf von Gemüse und Zierpflanzen betrieben. Das Grundstück ist eine mit massivem Bauschutt, alten Gewächs-Lagerhaus- und Personalhausunterkunftsruinen, Unkraut wie den gefürchteten Bärenklau wilden Büschen etc. durchsetzte Baubrachfläche, die, wie bereits teilweise geschehen, dringendst von diesen baulichen Altlasten zu befreien ist.

Die damals dort existierenden Lager- und Personalunterkünfte wurden nach Bombentreffern im Krieg nicht mehr erneuert.

Die auf dem Gelände befindliche Parkplatzanlage ist mittlerweile über 30 Jahre alt und die Zufahrt von der Janusstraße dient als öffentliche Erschließung. Aus dem Gebiet wird auch kein Grünland, wenn es auch von interessierter Seite immer wieder neu behauptet wird.

IV. Feuchtgebiet

Wie in der Vergangenheit schon mehrfach betont, ist das Gartenstadtareal keineswegs ein Feuchtgebiet. Das war es nie, wie die Voreigentümer bestätigen.

Und wenn jetzt auch die restlichen Regenwasserableitungen der Nachbarn, die auf das Grundstück führen, zurückgebaut werden, besteht zukünftig keine Gefahr. Von der Anliegerschaft Gartenstraße wird hoher Grundwasserstand beklagt. Angeblich sollen in Ihren Gebäudlichkeiten regelmäßig Wasserpumpen laufen, da die Keller feucht sind. Ob dies erlaubt ist, bleibt dahingestellt.

Eine Verschlechterung der Grundwasserstandssituation kann allerdings durch die Realisierung unseres Einheimischen Modells ausgeschlossen werden. Im Gegenteil, zur Erschließung unseres Geländes gehört von Gesetzes wegen eine ordnungsgemäße Entwässerung. Ein Teil des Oberflächenwassers (Dächer) wird weggeführt, gelangt nicht ins Grundwasser und entlastet somit die Situation vor Ort.

V. Zweite Reihe Bebauung

Nicht zuletzt wird unzutreffend behauptet, dass der Rat immer der Ansicht gewesen war, auf dem Grundstück eine Bebauung wegen einer dann vorliegenden Bebauung in zweiter Reihe grundsätzlich nicht zuzulassen. Richtig ist, dass in der Vergangenheit insoweit nur Einzelstimmen im Rat diese Ansicht vertraten und nicht der Rat in seiner Mehrheit. Entsprechend gibt es daher insoweit auch keinen Beschluss des Rates und auch nicht seines Verwaltungsausschusses oder Bauausschusses. Zudem ist das Areal auch kein Grundstück in der zweiten Reihe oder Hinterliegergrundstück, da es komplett durch den zwischen der Janusstraße und Feldhausenstraße über das Gelände verlaufenden Privatstraße erschlossen ist und damit ein Baugrundstück in der ersten Reihe entlang dieser Erschließungsstraße ist. 

Ferner wird durch das Einheimischenwohnungsbauvorhaben insoweit auch geradezu die Forderung des Gesetzgebers im Baugesetzbuch erfüllt, wonach eine städtebauliche Entwicklung eines Ortes vorrangig durch Baumaßnahmen der Innenentwicklung des Ortes erfolgen soll durch z.B. einer Bebauung von Baubrachflächen, wie sie bei dem Gartenstadtgrundstück gegeben ist (siehe §§ 1 Abs. 5, 1 a Abs. 2 BauGB).

Vl. Scheinargumente

Viele Scheinargumente behindern unserer Ansicht nach die Diskussion über und um unser Einheimischenmodell.

Die ernsthaften Einwände und Sorgen der Betroffenen hören wir natürlich und wollen sie auch wissen. Dadurch können wir Fehler bei der Konzeption unseres Vorhabens beseitigen und vermeiden. Das ist bereits an einigen Stellen geschehen. Für Gespräche sind wir immer offen.

Auf der anderen Seite erfreuen wir uns zunehmender Unterstützung. Glücklicherweise stehen eine Menge der Anlieger auf unserer Seite. 

Das verleiht uns Mut, weiterzumachen, in der Hoffnung, die eisernen Kritiker ebenfalls überzeugen zu können. Denn am Ende wollen wir attraktiven Wohnraum schaffen für Norderneyer, die hier hart arbeiten und es auch verdienen.

Zuletzt geändert am: 23 May 2017 um 08:27

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